Walter Lang Trio feat. Magnus Öström (e.s.t.)

2020-12-11 Walter Lang Trio feat. Magnus Öström (e.s.t.)
© Magnus Bergström
  • Walter Lang (p)
  • Thomas Markusson (b)
  • Magnus Öström (dr)

„Der Poet“, „der Lyriker“, „der Romantiker“ – der aus Schwäbisch Gmünd stammende Pianist und Komponist Walter Lang ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil der europäischen Musikszene. In den letzten Jahren hat er mit den unterschiedlichsten Projekten mehrfach alle 5 Kontinente bereist.
Begleitet von Thomas Markusson am Bass, der u.a. mit Rigmor Gustafsson und Nils Landgren spielt und Magnus Öström, dem weltbekannten schwedischen Schlagzeuger des Jazztrios um Esbjörn Svensson e.s.t., stellt er sein neues Album „Tens“ vor.
Wenn Walter Langs Klavier zu „singen“ beginnt, fangen die Herzen des Publikums schlagartig an mitzusingen – und zwar ausnahmslos. Das seltene Phänomen, dass ein Pianist beim Anschlagen des ersten Tones erkannt wird – Walter Lang ist dafür ein Paradebeispiel. „Tens“ heißt das neue Album wie auch das aktuelle Konzertprogramm, das den Untertitel tragen könnte: „Welterfahrung“.
Die üblichen althergebrachten Klassifizierungen in ernste Musik und Unterhaltungsmusik hat das Walter Lang Trio lange hinter sich gelassen. Klassik, Jazz oder Weltmusik sind keine Begrifflichkeiten mehr, mit denen die Musik des Trios eingeordnet werden kann – alle Versuche würden bereits in der ersten Minute eines Konzertabends ganz einfach von der zu Herzen gehenden Intimität egalisiert, dann, wenn sich unversehens eine Gefühlsmischung einstellt, die innerhalb eines einzigen Stückes von „Melancholie“ bis zu „Hochspannung“ reicht. Es ist niemals so, dass „die da oben“ für „die da unten“ Musik vortragen – „da oben“ und „da unten“ schließt sich schlagartig zu einem gemeinsamen Kosmos zusammen, in dem wenigstens für die Dauer des Konzertes, idealerweise aber noch lange danach anhaltend unsere Welt als etwas völlig „unverletztes“ vielleicht sogar „unverletzliches“ aufscheint.
Wie das Walter Lang Trio mit minimalistischen Mitteln, in großen Bögen, eine Spannung aufbaut, die einen Saal schier zerbersten lässt, das ist schlicht einmalig. Und dann die Stille – Stille, die das „Nichts“ zwischen den Tönen fühlbar werden lässt ...